Der Seegockel

Wie alles anfing

Max Mayer gründete die Gruppe 1951 und führte sie 33 Jahre lang bis 1983. Ein farbiger Entwurf des Seegockels, der dem damaligen Vereinsausschuß im November 1951 vorgelegt wurde, fand ungeteilte Zustimmung und es wurde beschlossen, noch im gleichen Jahr ein Musterexemplar herzustellen. Vor dem Weihnachtsfest war der erste Seegockel fertig - und so kommt es, daß im Jahr 1951 das Geburtsjahr des Seegockels ist. Damals 1951 fing alles in der Wohnstube von Ruth Mayer an. Rund 4000 braune und gelbe Filzflecken brauchte damals und auch noch heute das Plätzlekostüm des Seegockel bis es einen Erwachsenen kleidet.

Die Masken

"Der Seegockel"

Der Seegockel, eine hervorragend gelungene Maske, die gleichzeitig mit ihrer Schaffung 1951 zur Symbolfigur der Fasnet in Friedrichshafen erkoren wurde. Überall wo er auftaucht, in den Straßen und bei Veranstaltungen, kräht er sein fröhliches "Gockelores - Kikeriki". Der Seegockel zählt mit seiner Kostümart zu den Plätzles-Narren und gehört zu den freundlichen Figuren in der Fasnet. Sein Kleid besteht aus spitz zugeschnittenen braun-gelben Filzfleckchen, die ein Federkleid darstellen sollen. Seine Gesichtsmaske ist einem Hahn mit rotem Kamm und Kollerlappen nachgebildet. Der große Schnabel ist gelb und die Augen sind schwarz-weiß-rot gehalten. Seine Beine stecken in gelben Baumwollstrümpfen, die vorne in drei Zehen und hinten in einem Sporn auslaufen. Das Gockelkostüm besteht aus über 4000 Filzfleckchen, die alle einzeln nach einem bestimmten Muster aufgenäht werden. Es ist ein farbenprächtiges Bild, wenn sich die Seegockel in der Gruppe bewegen, umher- hüpfen und mit ihren Flügeln schlagen.

"Der Gockelmetzger"

Wichtiger Bestandteil der Seegockelgruppe ist das Kostüm des "Gockelmetzgers". Er trägt schwarze Schuhe und schwarze Hosen, eine weiße Schürze mit handgemaltem Gockelkopf sowie  eine echte Metzgerjacke. Über dem Bauch trägt er einen breiten roten Ledergürtel, an dessen Hinterseite Büchsen befestigt sind, die angeblich Hühnerteile enthalten. In der Hand trägt er ein großes Metzgermesser, sein wichtigstes Handwerkszeug, dessen Knauf mit einem Gockelkopf verziert ist. Der Kopf ist bedeckt mit einer roten "Henkershaube", welche nur Schlitze für Augen und Mund aufweist. Rote Handschuhe vervollständigen das Kostüm. Während der Fasnetsumzüge sind die Gockelmetzger vor allem damit beschäftigt, die 50 - 60 Seegockel im Zaum zu halten. Manchmal versuchen sie auch einen Seegockel zu fangen, aber sofort kommen dann die anderen Gockel zu Hilfe. Der große Auftritt der Gockelmetzger kommt nämlich erst zum Abschluß der Fasnet. Am Fasnetsdienstag, wenn gegen Mitternacht die Fasnet zu Ende geht, fegen die Buchhornhexen in den Saal und treiben die Gockel auf die Bühne, den dort wartenden "Gockelmetzgern" in die Arme. Diese trennen den Gockeln in einer schauerlichen Zeremonie mit dem Messer den Kopf vom Rumpf. Damit ist symbolisch die Fasnet in Friedrichshafen für dieses Jahr beendet. Allerdings wird dabei ein Gockel verschont. Er wird in einen großen Käfig gesperrt und im folgenden Jahr zum Auftakt der Fasnet wieder freigelassen.

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