Der Seegrendl

Die Gründung der Gruppe

Der See-Grendl ist die 7. und bis dato jüngste Maskengruppe in der Narrenzunft Seegockel Friedrichshafen. Die offizielle Vorstellung und Gründung fand am 25. Oktober 1976 im Schlossgarten in Friedrichshafen statt. Unter der Patenschaft der Buchhornhexen wurde die Gruppe in den Narrenverein Seegockel Friedrichshafen aufgenommen. Beim Gschellabstauben am 08.01.1977 wurde dann der See-Grendl der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Maske des Grendl gehört in die Gruppe der Dämonen, die in der Furcht der Menschen noch höher rangieren, als die angsteinjagenden Hexen. Zur Erklärung sei gesagt, dass es sich hier um keinen Teufel handelt, denn von diesem hatten die Menschen ja immer schon mehr oder weniger eine gewisse Vorstellung. Im Gegensatz dazu waren die Dämonen recht wandelbar in ihren Erscheinungsbildern; sicher ist nur, dass sie immer furchterregend wirkten.

Die Schaffung geht zurück auf Joachim Fach, der gemeinsam mit Ehefrau und Freunden allerlei Ideen entwickelte, ehe das endgültige Aussehen des Grendlhäs feststand. Von diesen anfänglich 12 Mitgliedern wuchs die Gruppe bis 1981 auf ca. 50 Personen, ehe sich etwa die Hälfte der Mitglieder abspaltete und sich, wiederum unter Joachim Fach, gemeinsam mit dem Seehasen-Fanfarenzug als neuer Verein, den Häflern Bodenseenarren mit dem "Doldä-Butzer" in Friedrichshafen etablierten.
Unter der Führung von Bernd Keim wuchs die Gruppe, aufgrund des ungebrochenen Interesses an unserem Häs, erneut kräftig an und erreichte 1985 einen Mitgliederstand von 54 Personen.
Im Mai 1985 übernahm Alfred Walter das Amt des Gruppenführers und leitete die Gruppe 13 Jahre lang. Dafür wurde er 1999 zum Ehrengruppenführer ernannt. Von 1998 bis 2004 wurde die Gruppe von Alexander Haag geleitet. Im April 2004 wählten die Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung den bisherigen Vizegruppenführer Klaus Brugger zum neuen 1. Gruppenführer.

Das Grendlhäs

Das Häs besteht aus einem kurzen Umhang (Cape) und einer Hose aus naturschwarzen Fellen Isländischer Wollschafe. Für die Herstellung eines Erwachsenenhäs, das den Träger vom Maskenansatz bis zu den Schuhen umhüllt, werden die Felle von 4 - 5 Schafen benötigt. Weiterhin dazu gehört eine gelbe Bluse, die von der Brust bis zur Gürtellinie sichtbar wird. Auf ihr befinden sich rot dargestellte Flammen, die aus blauen Wellenlinien emporlodern. Als Zubehör trägt der Grendl an seinem Gürtel einige kurze Stücke von Gliederketten, mit denen er bei jeder Bewegung ein rasselndes Geräusch erzeugt. Dazu hält er noch, an einem kurzen Knauf befestigt, einen Pferdeschwanz in der Hand.

Die Maske

Die geschnitzten Holzmasken werden als Rohlinge eingekauft und von ausgewählten Mitgliedern bemalt. Charakteristisch für diese Maske sind die fünf Hörner, von denen je zwei am Kopf und beiderseits des Mauls herauswachsen. Das fünfte wächst oberhalb der Nasenwurzel aus der Stirn. Was man sehr selten bei Holzmasken findet, sind zwei spitzige Ohren, über die der Grendl noch verfügt.

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