Die Buchhornhexe

...wie alles begann

Zur Fasnetszeit im Jahre 1949 besannen sich die Hofinger Bürger ihrer besonderen Tradition und nahmen sich vor, ihren Vorfahren nachzueifern und wieder alljährlich Fasnacht zu feiern. Der Vollblutnarr Josef Feuerstein entwarf eine Hexengruppe nach dem Vorbild der schwäbisch alemannischen Fasnacht.Die Maske, aus einem Stück geschnitzt, wurde vom Hofener Bildhauer Georg Ziegler geschaffen. Beim Häs-Entwurf stand Oberstudienrat Fritz Kettnacker, ein Kenner der alemannischen Masken, mit Rat und Tat zur Seite. Die Hexe trägt ein schwarzgeblümeltes Kopftuch. Die Bluse ist schwarz-rot kleinkariert und hat hölzerne Knöpfe. Der Rock ist einfarbig schwarz, darüber wird eine mittelblaue Schürze mit schwarz-weißen Längsstreifen gebunden. Außerdem trägt die Buchhorn-Hexe weiße Spitzenhosen, rote Strümpfe und Strohschuhe sowie schwarze Handschuhe. Jede Hexe schwingt einen langen Reisigbesen mit ungeschältem Stiel. Auch ein Narrenruf gehört natürlich zu jeder Maskengruppe. Die Suche nach einem geeigneten Schlachtruf gestaltete sich als äußerst schwierig. Aber im Jahre 1953 wurde er dann erstmalig gerufen und urkundlich festgehalten. Seitdem erschallt der Narrenruf "Buch - Horn" landauf und landab bei jeder passenden Gelegenheit.

...Das Brauchtum der Buchhorn-Hexen

Zum traditionellen Brauchtum, das von den Buchhorn-Hexen seit Jahren wärend der Fasnet gepflegt wird, gehören die Fasnets eröffnungam Abend des Dreikönigstages, die Straßenfasnet, die Hexentaufe am Gumpigen Dunschtig und das Gockelfangen zum Abschluss der Fasnet beim Kehraus am Fasnets-Dienstag.
Eine Traditionsfigur ist der Hexenbüttel. Seit 1957 hat Franz Mocker dieses Amt inne. Er kündigte bei Umzügen mit lautem Geschell vom Kommen der Hexen und achtet darauf, dass der Hexenwagen freie Fahrt hat, wenn dieser voll beladen durch die Straßen kurvt. Im Jahr 1994 wurde er ob dieser Amtszeit zum Ehren-Hexenbüttel ernannt.

...die Hexentaufe

Jedes Mitglied, das als aktive Hexe aufgenommen werden will, muss eine Probezeit durchlaufen. Der Abschluß und Höhepunkt dieser Probezeit ist die Hexentaufe, die am Abend des Gumpigen Dunschtig beim Hexenbrunnen stattfindet und mit dem Hexentanz eröffnet wird. Während der Hexenmeister den Taufspruch verliest, machen sich die Täuflinge bereit, um in den Brunnen zu steigen, wenn der Ruf an sie ergeht. Von der Ehren-Taufhexe wird ihnen mit einer über das Jahr gebrauten Spezialmischung aus verschiedenen Duftwässerchen sehr reichlich un gründlich der Kopf "gewaschen". Als inneres Zeichen der reinigenden Taufzereminie werden ihnen ein bis mehrere Becher des berüchtigten Taufschnapses verabreicht. Nachdem alles überstanden ist, bekommt der Täufling als letztes Zeichen seiner nunmehr entgültigen Aufnahme in die Gruppe den Tauforden verliehen. Der Tauforden muss während der ganzen Fasnet getragen werden. Vergeßlichkeit wird mit "hoher Strafe" belegt. Meist kann sich der Sünder allerdings mit einer Runde Trinkbarem freikaufen.

...die Junghexen

Wärend der Amtszeit Kurt Baumanns als Hexenmeister wurde im Jahr 1969 die Junghexen-Gruppe gegründet. Er wollte damit das Interesse und die Freude am Brauchtum bei der Jugend möglichst früh wecken. Die erste Jugendgruppenführerin war Charlotte Merk. Die Junghexen sind innerhalb der Hexengruppen weitgehend selbstständig. Gleichzeitig wird aber auch die Verbindung zu den "Alten" möglichst eng gehalten. Die Teilnahme an den Umzügen während der Fasnet wir dabei groß geschrieben, bei den ganz Kleinen sebstverständlich noch im Hexen-Kinderwagen.

...Gruppenarbeit der Buchhorn-Hexen

Nicht nur während der Fasnet sind die Buchhorn-Hexen aktiv. Das ganze Jahr gibt es ein aktives Miteinander in unserem Vereinsheim, der "Gockelwekstatt". Seien es die Vorbereitungen von Auftritten wie der Hexentanz oder das Hexenballett für die kommende Fasnet, das Basteln von Hexenpuppen, die Herstellung der eigenen Strohschuhe oder aber gemeinsame Ausflüge und Grillfeste im Sommer. Aber auch sozial engagieren sich die Buchhorn-Hexen. Erlöse aus Veranstaltungen, von Festen und Tombolas werden an Sozialbedürftige Familien oder gemeinnützige Organisationen weitergegeben.

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