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09.01.2012: Die Bächlesfischer aus Fischbach werden 50

Mit der Fasnet verknüpfen viele Menschen reines Vergnügen. Für die Organisatoren steckt jedoch viel Arbeit dahinter. Davon können die Fischbacher Bächlesfischer gerade ein Lied singen.
Fast 50 Jahre ist es her, dass Oskar Braun, Paul Peter sowie die Brüder Otto und Erwin Wicker am 29. November 1962 im Gasthaus „Traube“ die Bächlesfischer ins Leben gerufen haben. 2012 steht also für „Bäfis“, so die Kurzform, ein richtiges Jubiläum an. Und das soll gebührend gefeiert werden. „Die Vorbereitungen laufen seit September“, erzählt Gruppenführer Bernd Wolferseder bei einem Treffen der „AG Ausstellung“. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Arbeitsgruppen, die sich um Ausstellung, Festakt, Party, Orden, Jugendgruppentanz und ums Puppenbasteln kümmern.Auf drei Höhepunkte darf sich die Fischbacher Narrengruppe besonders freuen: Das Festjahr beginnt mit einer Ausstellung in der Sparkasse Bodensee. Sie lädt zu einem Streifzug durch 50 Jahre Vereinsgeschichte und zeigt außer Fotos und Orden auch Masken und Häser. Auch die Nummer Eins, das allererste Bächlesfischer-Häs, kann dort bestaunt werden.



Am Samstag, 28. Januar, folgt ein Empfang für befreundete Zünfte und eine Geburtstagsparty in der Häfler Gockelwerkstatt. Dabei wagen sich die Bäfis erstmals in fremde Gewässer und organisieren ein Fest außerhalb Fischbachs. „Damit alle Mitglieder feiern und das Fest genießen können“, erklärt Bernd Wolferseder.
Aber damit nicht genug. Als einzige Gruppe der Narrenzunft Seegockel haben die Bächlesfischer eine eigene Fasnet mit Bällen und Umzug, die sie auch 2012 gemeinsam mit den Fischbacher Schalmeien stemmen.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Fasnetsumzug in Fischbach, den die Bächlesfischer anführen dürfen. Dann werden sich die 40 erwachsene Maskenträger und ebenso viele Kinder stolz den Tausenden Zuschauern am Straßenrand präsentieren.
So groß wie heute war die Gruppe längst nicht immer: Bei ihrer ersten Fasnet 1963 sind Erwin und Otto Wicker zu zweit „gejuckt“. Ihre Hochzeit erlebte die sechste Gruppe der Narrenzunft Seegockel unter Karl Ströhle, der von 1966 bis 1981 die Gruppe führte. „Er ist zum Gruppenführer gewählt worden, bevor er Mitglied war“, erzählt Bernd Wolferseder eine von vielen Anekdoten der Bäfi-Geschichte. Damals zählten die Bächlesfischer 50 Erwachsene und 20 Kinder. Aber es gab auch andere Zeiten in der welligen Geschichte. „Ende der 90er Jahre hat’s gebröckelt“, erinnern sich die heutigen Vorstandsmitglieder. Damals lag die Hauptarbeitslast auf den Älteren in der Gruppe, während für die Jüngeren der Spaß im Vordergrund stand. Als dann die Altgedienten aufhörten, blieb nur ein kleiner Haufen übrig. „Das einschneidendste Jahr war 2000. Da waren wir nur 15 bis 19 Leute mit Kindern“, erzählt Bernd Wolferseder.
Gerade noch rechtzeitig haben die „Jungen“, die heute nicht mehr ganz so jung sind, erkannt, dass es ohne Arbeit kein Vergnügen gibt und so haben sie kontinuierlich die Narrengruppe wieder nach oben gebracht. Aufhören kam nicht in Frage. Schließlich gelte: „Einmal Bäfi, immer Bäfi“, sagt Vorstandsmitglied Bernd Mosbacher. Nachdem Bernd Wolferseder 2001 die Gruppenführung übernahm und die Bäfis die Werbetrommel für sich gerührt haben, ging‘s wieder bergauf. Weitere Neumitglieder sind willkommen, aber bei 50 Erwachsenen soll Schluss sein. „Damit es weiter so familiär zugeht, wie bisher“, sagt Wolferseder. Und noch etwas wird sich wohl bei den Bächlesfischern nicht ändern. „Ein Bäfi muss einiges arbeiten“, sind sich die Vorstandsmitglieder einig.

(Bericht Schwäbische Zeitung)

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