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11.02.2012: "Dschungelball im Gockelstall" - super Stimmung beim Bürgerball

Die Narren haben die Bühne erobert und schicken sich jetzt an, mit dem Marsch auf das Rathaus auch noch die Macht in dieser Stadt zu übernehmen. Die Seniorenfasnet hat schon mal einen Eindruck geliefert und die Bürgerbälle im Graf-Zeppelin-Haus, zeigen mit ihrem Programm einen Vorgeschmack auf die närrische Regentschaft. Es gibt für den Ball noch Restkarten. Tarzan, Mogli und Daktari geben sich ein Stelldichein, und der Elferrat hat die Großwildjagd eröffnet.



Dass nicht alle in den Dschungel gezogen sind, zeigt D'Bene, alias Gerhard Wiedmann. Er habe Flugangst und die Wacht auf dem Parkplatz einer Nacht im Dschungel vorgezogen. Dort wundert er sich darüber, dass seine Frau Kochfilme schaue, obgleich sie nicht kochen könne und bekommt von ihr prompt vorgehalten, dass er schließlich auch Erotikstreifen gucke. Er bringt zum ersten Mal das Thema „neuer Bürgermeister" auf den Tisch, Mikroben würden sich durch Zellteilung, die Häfler Bürgermeister durch Arbeitsteilung vermehren.



Wunderbar frech und akzentuiert deutet im Anschluss Maria Münzer als Paparazza auf die Lage in der Stadt am See. B 31, Thermalbad, unfähige Abgeordnete in Bund und Land, Schleudersitzposten in Volksbank und anderen Betrieben und die Brunnen samt Seefontäne haben es ihr angetan. Unter dem Strich bekommt hier jeder sein Fett weg, allen voran die Stadtspitze.

Nach einem anmutigen Männerballett der Buchhornhexen, das als „kleinkarierte Pferdeflüsterer" der Spanischen Hofreitschule in Wien Konkurrenz machen könnte, steigt schließlich „Tiger Lilly" Rainer Bentele in die Bütt und schüttet erneut Spott und närrischen Hohn über Häfler Zustände. Peter Hauswald Daktari und King Kong Köhler spielen ihre Rollen und im Häfler Dschungelcamp wird mit MTU-Bestechungsgeld ein Rotlichtzelt unter Führung Tanja Gönners errichtet. Der Stadtstrand als größtes Hundeklo oder dehydrierende Dezernenten - Vorlagen haben die Narren in diesem Jahr zuhauf und an kreativer Umsetzung scheitert es mitnichten. Dass in diesem Konzert auch gleich die Hahns und Müllers, Riebsamens, Scheuers und Merkels mitleiden müssen, liegt an der Beobachtungsgabe der Narren.



Einen Vorschlag für die Brunnen in Friedrichshafen hat Tiger Lilly ebenfalls unter dem Leopardenkostüm. Er greift die Idee von SPD-Fraktionschef Roland Frank auf, der Spenden für die sprudelnden Brunnen sammeln wollte. Möge doch Wulff einen Spezialkredit mit ganz niedrigen Zinsen geben, schlägt Bentele vor: „Besser überall das Wasser läuft, statt dass man Kluftern 'ne neue Halle kauft." Vor der Pause geben schließlich „Paula und Klärle", Silvia Hiß-Petrowitz und Elke Kastner, dem Oberbürgermeister Andreas Brand eine Nachhilfestunde im Tragen von Amtsketten, gefolgt von „Freak Out", der Ravensburger Tanzgruppe, bei der sich die beiden Putzen tänzerisch einreihen.
Eine ganz und gar nicht närrische, dafür aber atemberaubende Show liefern im zweiten Teil zum Auftakt die Turnerinnen der Turnerschaft FN unter der Leitung von Sandra Flintrop als „Leoparden und Tiger".


Tierisch geht es mit dem „Elefant im Porzellanladen" Peter Walser weiter. Er amüsiert sich köstlich über den ZU-Marketing-Versuch „Weniger Friedrichshafen", schilt Scheuer einen „Lügenbeutel" und stellt die Frage, warum uns die Damen und Herren Politiker für dumm verkaufen wollen. Wenn der OB von Merkel träume - „Mutti hat uns im Stich gelassen" und „nur dumme Kälber wählen ihre Schlächter selber", guttenbergt er nach eigenem Bekunden. Er wundert sich über das stille Örtchen Stadtstrand, ahnt die Folgen eines nicht gebauten Thermalbades und gratuliert dem Landesverkehrsminister zu seinem künftigen Amt als Bahnhofsvorsteher.
Dass auch Mülltonnen musikalische Qualitäten haben, stellen schließlich Oliver Platz, Alexander Wulle und Christian Hauser vom Fanfarenzug „Graf Zeppelin" unter Beweis - sehens- und hörenswert.


Und dann kommt D'Tschole, Werner Böhmer. Ihn hat es in den Kannibalenkessel verschlagen, wo er dank der Reisefreudigkeit „seiner Alten" langsam vor sich hinschmort und die ein oder andere Philosophie von sich gibt. Umgerührt und würzig gehalten wird er dabei von Sepp Müller. Seins Wünsche, doch mit den Damen und Herren Politikern aus Land und Bund zu tauschen, weil die doch viel besser darin seien, heiße Sachen auszusitzen, wird leider nicht erhört.
Nach dem Showballett „Paradice' unter Leitung von Svetlana Koop treten die Urgestalten des Dschungels auf die Bühne, besser schweben ein: Tarzan und Jane, gespielt und gesungen von Maria und Helmut Wild. Sie ergänzen den närrischen Spott über die Stadt durch die Deklaration der Häfler Straßen zu Rallye-Teststrecken und machen sich darüber lustig, dass der Stadtstrand im Herbst aufgebaut wird und, wenn der Sommer beginnt, wieder abgebaut werden soll. Auch die verbotenen Rampen vor der Bäckerei in der Friedrichstraße gereichen zu höhnischem Amüsement.
Durch das Programm führt Manfred Haas, die Musik kommt von „Udo Gössele & Friends".




(Bericht Schwäbische Zeitung)

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