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26.06.2012: Hauptversammlung dese Verein zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen e.V.

Jahreshauptversammlungen begnügen sich in der Regel mit der Abarbeitung der Regularien eines Vereins und mit eventuellen Wahlen. Zwar hatten die Häfler Narren, genauer gesagt der Verein zur Pflege des Volkstums, am Dienstag eben jene Regularien ebenfalls zu bewältigen, die Abteilungen berichteten von ihrer zurückliegenden Arbeit und die zwei Vorstandsposten des Vizepräsidenten Peter Pietrucha und des Kassierers Stefan Rieser wurden durch einstimmige Wiederwahl bestätigt. Und trotzdem war es eine ganz besondere Sitzung.

So kündigte Präsident Ernst Weinert, unterstützt durch den Bericht von Elferrats-Chef Alex Ulmer, eine Überarbeitung der Bälle zur Fasnet an. Man wolle auf neue Zielgruppen für die Bürgerbälle reagieren und mit der in diesem Jahr bereits begonnenen Programmveränderung fortfahren. Überarbeitet werden aber auch Dirndlball und Jugendball, bei dem sowohl die Eintrittspreise wie auch die Preise für die Getränke zu hoch gewesen seien. Der Elferrat macht sich zu diesen Themen Gedanken, „es ist gut, wenn wir auch alt Bewährtes auf den Prüfstand stellen und den Blick in die Zukunft richten“, so Weinert. Auch für Alexander Ulmer sind es nicht etwaige Probleme mit den Bällen, sondern der Wunsch nach Weiterentwicklung, der die Veränderungen begründet. Der Kartenverkauf sei nicht zurückgegangen, habe aber auch nicht zugenommen und die Überprüfung des Ball-Konzeptes sei nötig, um auf künftige Entwicklungen reagieren zu können. Ulmer will „alte Zöpfe abschneiden, an der Qualität nicht sparen und positiv in die Zukunft schauen.“ Ernst Weinert kündigte schon einmal einen Schwerpunkt der kommenden Fasnet an, den das Jubiläum „50 Jahre Freundschaft mit dem MCC“, dem Mainzer Carnevals Club, darstellt.

Ernst Weinert hatte sich zu Beginn der Sitzung vor allem über den Besuch von Bürgermeister Holger Kretzer und von Oberbürgermeister Andreas Brand gefreut.
Während der neue Bürgermeister künftig Ansprechpartner für die Narren in der Verwaltung ist und selbst in zwei Zünften seines Heimatortes Elzach vertreten ist, hatte der OB ganz anderes im Gepäck.
Wenn er als Oberbürgermeister zu den Narren komme, könne das ja mehrere Gründe haben. Er könnte den neuen Kollegen vorstellen, vielleicht werde es dann auch am Gumpigen mal etwas lustiger im Rathaus. Er könnte auch über den Narrenbrunnen sprechen, was er jedoch nicht vorhabe, und er könnte darüber berichten, dass es weder das Hundeklo Stadtstrand, noch die fehlende Seefontäne oder bald wohl auch nicht mehr die fehlende Straße gebe, was die Narren dann zu neuer Ideenfindung führen müsste. All das aber sei nicht Grund für seine Rede. Andreas Brand hatte eine Urkunde nebst Ehrennadel im Gepäck, die er einem Botschafter der Stadt übergab.
Und das war Vize-Präsident Peter Pietrucha. Seit 37 Jahren aktiv im Verein, als Schriftführer und Vize-Präsident habe er die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, von Ministerpräsident Winfried Kretschmann verliehen, für sein Engagement verdient. Er sei für andere da, nicht viel reden, die Dinge anpacken, zuhören und Rat annehmen, sei ein guter Vereinskamerad und zeige vorbildliches Verhalten gegenüber älteren aber auch jüngeren Vereinsmitgliedern. Er sei den verschiedenen Präsidenten des Vereins gegenüber nicht nur loyal sondern kooperativ gewesen, arbeitet seit 20 Jahren im Stadtverband der CDU, als Schöffe am Ravensburger Gericht und im Partnerschaftsverein Pro Sarajevo. „Die Ehrennadel des Landes bekommt man nicht für das Absitzen der Zeit, sondern für aktive Mitarbeit“, meinte Andreas Brand. „Der Kerle hat's verdient“ hieß es – gefolgt von langanhaltendem Beifall. Einen solchen bekam wenig später auch Zunftmeister Uli Müller, der – die Überraschung stand ihm förmlich in den Augen – vom Präsidenten Ernst Weinert und seinem Vize Peter Pietrucha mit der Goldenen Ehrennadel mit Brillanten für seine Arbeit geehrt wurde.


(Bericht Schwäbische Zeitung)

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