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06.01.2013: Der Seegockel auf Weltreise - Gschellabstauben unter der Regie der Seewaldkobold war ein toller Erfolg

Zwischen Aschermittwoch und der nächsten Fasnet fristet der letzte Seegockel normalerweise ein trauriges Dasein in seinem viel zu engen Käfig. Doch nicht so im vergangenen Jahr: Eine kleine Unachtsamkeit, ein offenes Schloss und schon war das Federvieh ausgebüxt.
Die Seewaldkobolde sind an Videoaufnahmen von der unglaublichen Weltreise des letzten Gockels gekommen und haben das Bildmaterial beim Gschellabstauben erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Ein zu Lachtränen gerührtes Publikum wurde Zeuge, wie der Gockel nach Eberhardzell trampte und bei den Orgelklängen in der Dorfkirche von der großen weiten Welt träumte. Er hatte doch tatsächlich den Organisten dazu überredet, den „Böhmischen Traum“ zu spielen. Kurz darauf hat unser Gockel auch schon mit „Rups“ von den erzbergischen Randfichten am Grill gestanden und Artverwandte auf einer ostdeutschen Hühnerfarm besucht. Der Urlauberstrom hat ihn nach „Bella Italia“ gespült. Genauer gesagt nach Venedig auf den Markusplatz, wo er Tauben scheuchte. In den USA hat er sich sogar mit einem Aushilfsjob als Rettungsschwimmer in Baywatch-Manier durchgeschlagen müssen. Am Ende war es aber nur dem Einsatz der Lebensretter vom DLRG zu verdanken, dass die Fasnet 2013 nicht ins Wasser gefallen ist.

Die Gäste im Graf-Zeppelin-Haus wurden per Liveschaltung Zeugen einer dramatische Rettungsaktion. In buchstäblich letzter Sekunde konnte das entlaufene Wappentier der Häfler Fasnet hinter dem Graf-Zeppelin-Haus aus dem Bodensee gefischt werden. Abstauben hätte bei dem verdreckten Gockelhäs allerdings wenig genützt und so stopfte Zunftmeister Uli Müller den ganzen Gockel kurzerhand in eine überdimensionale Waschmaschine.

Heraus kam ein blütenreiner Seegockel und mit ihm die frisch gewaschene Schar der Häfler Maskenträger. Die Seewaldkobolde haben sich mit diesem Programm wieder einmal selbst übertroffen. Ausgedacht und umgsetzt haben es Wolfgang Ott, Oliver Venus und Gruppenführer Karl Haller. Der Zunftmeister konnte die Fasnet also grade noch rechtzeitig freigeben.

Die hat dann allerdings gleich mit einer Panne begonnen: Charlie Maier, der Narrenmeister und Präsident des Alemannischen Narrenrings, hatte die Orden vergessen. „Dass ich meine letzte Fasnet als ANR-Präsiden so beginne, hätte ich wirklich nicht gedacht“, sagte er, sichtlich geknickt. Er hat versprochen, die Ehrungen beim Zunftball nachzuholen. War auch nicht weiter schlimm, denn der Verein zur Pflege des Volkstums hatte seine Ehrennadeln nicht vergessen. Für hervorragende Verdienste um die Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums gab es die goldene Ehrennadel für Michael Grams (Bürgergarde), Maria Münzer (Seewaldkobold), Wolfgang Ott (Seewaldkobold), Severino Passeri (Hafennarr), Anja Pfanner (Seewaldkobold) und Jürgen Schaffors (Hafennarr).
Ehrungen für 40 Jahre Mitgliedschaft im Verein gingen an: Hans-Dieter Beller, Uwe Harting, Manfred Hauptmann, Klaus-Peter Junker, Ursula Kosemund, Wolfgang Kosemund, Karl-Heinz Mattes, Klaus-Dieter Oesterle, Dagmar Pohl, Manfred Sauter, Iris Schmid Hermine Schnaitl, Dieter Senkbeil, Michael Stoeckl, Werner Sturm und Josef Wund.



(Bericht Südkurier)

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