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09.01.2013: Ausstellungseröffnung in der Sparkasse Bodensee

In der Fasnet wird anders gerechnet: 170 Jahre geteilt durch drei macht 60 Jahre für die Seewaldkobolde, 60 Jahre für die Hafennarren und 50 Jahre gehen an die Freundschaft zwischen der Seegockel-Zunft und dem Mainzer Carnevals Club (MCC). In der Sparkasse Bodensee ist zurzeit eine Ausstellung anlässlich der drei Jubiläen zu sehen.
Zahlreiche Gäste waren erschienen, um mit den Seegockeln die Ausstellung zu eröffnen. Georg Brugger als Vertreter der Interessengemeinschaft der Häfler Narrenbühne, Charly Maier vom Alemannischem Narrenring, Landrat Lothar Wölfle, Ehrenpräsident Albert Brauchle, Bürgermeister Holger Krezer und Karl Bernhard Bühler, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Bodensee, zählten neben vielen anderen zu den Gratulanten.


Aus Mainz waren Ehrenpräsident Bernd Mühl, Vizepräsident a. D. Gerd Ludwig und Ehrenvorstandsmitglied Karl Heinz Franko angereist. Die Mainzer erinnerten in ihrer Ansprache, ebenso wie Seegockelpräsident Ernst „Endi" Weinert, an die Anfänge der langewährenden Freundschaft, die „älter ist, als jede Städtepartnerschaft von Friedrichshafen". Nicht nur während der Session, sondern auch außerhalb dieser habe es gegenseitige Besuche gegeben und man habe die Freundschaft gepflegt. In diesem Jahr wird eine Delegation der Häfler Narren am Rosenmontagszug in Mainz teilnehmen und Bernd Mühl richtete sein Wort an den anwesenden Fanfarenzug Zeppelin: „Übt ordentlich, denn bei uns müsst ihr so vier Stunden am Stück spielen."
Die Gruppenführer Karl Haller (Seewaldkobolde) und Severino Passeri (Hafennarren) hielten in ihrer Rede ebenfalls Rückblick auf die Entstehungsgeschichte ihrer Narrengruppen. Heute meint Karl Haller an seine Gruppe gewandt: „Also, wenn ich euch so anschaue, ihr seht schon bockstark aus." In der Ausstellung geben die Kobolde Einblick in die Herstellung eines Koboldhäs und die Hafenarren zeigen die Entstehung einer Schelle. Angefangen vom Rohmaterial bis hin zum fertigen „Gschell", mit denen Hafennarren auf den Straßen den Winter vertreiben. Von der Gruppe ist auch eine Figur des Täufers zu sehen, der üblicherweise nur erscheint, wenn ein neues Mitglied in die Gruppe aufgenommen wird. Er unterscheidet sich sowohl in der Maske, als auch in den Farben des Häs. Auch der „Till", ein Geschenk der „Meenzer" an die Seegockel, ist gleich in doppelter Ausführung in der Ausstellung zu sehen. Der Erste hat den Brand, der 1976 die gesamte Gockelwerkstatt verwüstete, zwar überlebt, aber trägt seither einen verkohlten Überzug. Grund genug, für die Mainzer Freunde, ihnen einen neuen „Till" nach dem verheerenden Brand zu schenken.


Eine Ausstellung, die nicht nur Wissenswertes über die Narren verrät, sondern insbesondere auch ein Stück Historie der Historie der hiesigen Region darstellt

(Schwäbische Zeitung)

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