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11.11.2013: „Heiliger Strohsack“ löst den Gockelruf ab - Fasnetseröfnung am 11.11.

Erstmals hat Narrenpräsident Ernst Weinert den Landrat Lothar Wölfle zur Fasnetseröffnung im Buchhorner Hof begrüßen können. Und erstmals in der Geschichte der jetzigen Bürgermeistergarde waren alle da – neben Oberbürgermeister Andreas Brand auch der Erste Bürgermeister Stefan Köhler sowie seine Kollegen Peter Hauswald und Holger Krezer. Erstmals hat Narrenpräsident Ernst Weinert den Landrat Lothar Wölfle zur Fasnetseröffnung im Buchhorner Hof begrüßen können. Und erstmals in der Geschichte der jetzigen Bürgermeistergarde waren alle da – neben Oberbürgermeister Andreas Brand auch der Erste Bürgermeister Stefan Köhler sowie seine Kollegen Peter Hauswald und Holger Krezer. Letzterer schickte sich gar an, in der Gockelmiste zu sprechen – eine Ehre, die nicht jedem zuteil wird.



Viele hatten es erwartet, die Sexsteuer, wie sie von der Verwaltung in den laufenden Haushaltsberatungen zur Debatte gestellt worden war, spielte bei dieser Sessions-Eröffnung jedoch so gut wie keine Rolle. Da hatte sich der Star der Narretei wieder mal nach vorne gedrängt – die B 31. Kaum eine Veranstaltung vergeht, in der die B 31 nicht zur Sprache käme, so dann doch erst recht in der Fasnet.
Oberbürgermeister Andreas Brand war der erste, der seine und die Anwesenheit seiner Mitbürgermeister erklärte. Man habe keine Entschuldigung, keinen Termin in Berlin wegen der B 31 und so seien eben alle Dezernatsleiter heute zugegen. Angesichts der am 11.11. anberaumten Sitzung des Finanz- und Verwaltungsausschusses meinte der OB: „Wenn am 11.11. OB, Gemeinderat und Dezernenten krähen auf dem Mist, wissen alle, dass Sitzung ist. Aber eines ist auch sonnenklar, der Häfler Gemeinderat ist wunderbar.“ Er schloss seine Rede und zog Applaus wie auch liebevolles Raunen auf sich.
Landrat Lothar Wölfle hatte dagegen eine weniger einfache Aufgabe, die er jedoch meisterte, wenn auch mit einem vermeintlichen Eigentor. Drei Jahre habe er nun gefehlt bei dieser Veranstaltung, aber im Gegensatz zum Häfler Rathaus, in dem OB und drei Bürgermeister sich die Arbeit teilen würdenmüsse er im Landratsamt alles alleine machen. Seine Freude angesichts der Häfler Arbeitsteilung äußerte Wölfle über den Kreisverkehr in Richtung Messe und Flughafen, der nach gefühlten 25 Jahren endlich fertig würde. Jetzt aber habe die Stadt festgestellt, dass man bei einem neuen Kreisverkehr ja auch noch neue Schilder brauche. Das werde nun vielleicht nochmal 25 Jahre dauern. Kaum ausgesprochen, blies ihm der Wind in Form einer Wortmeldung seitens des Häfler Baubürgermeisters Stefan Köhler entgegen. „Für die Schilder ist der Kreis zuständig“, meinte der, und lies den Landrat über das eigene Bein stolpern.
Besonderes Augenmerk verdient da auch die Ansprache von Axel Ulmer, Elferratspräsident und zusammen mit Uwe Harting Regisseur der Bürgerbälle. Und die sollen, so Ulmer, in diesem Jahr ganz anders werden. Man wolle alte Zöpfe abschneiden und Kostümierte nicht vertreiben. Die Bürgerbälle sollen sich wandeln und auch junges Publikum anlocken. Das Ende des vorgeschriebenen kleinen Schwarzen und des schwarzen Anzugs dürfte damit besiegelt sein.



Bürgermeister Holger Krezer bekam nicht nur wie Volleyballtrainer Stelian Moculescu und CDU-Fraktionschef Achim Brotzer die Freundschaftskappe in diesem Jahr, sondern hatte zudem die Ehre in der Gockelmiste eine Rede zu halten. Aus aktuellen Anlässen bat Krezer zunächst darum, die Mobiltelefone komplett auszuschalten und folgende Verpflichtungsformel zu sprechen: „Ich werde Informationen, die ich hier und heute erhalte, weder mündlich noch schriftlich an Dritte weitergeben!“ Womit an dieser Stelle dagegen verstoßen sei. Hintergrund waren die Gefahrenabwehr und mögliche Bedrohungen für die Stadt. Denn das seien nicht allein brennende Gebäude oder eingestürzte Aussegnungshallen, sondern „die Ausspähung unserer Kommune und ihrer Bürger durch machthungrige Staaten und Gruppierungen.“ Es seien aber nicht die Amerikaner, nicht die Briten, nicht Franzosen, Russen oder Chinesen, die ausspähen, sondern die „Gelbfüßler – unsere lieben Nachbarn“. Da sprach der Badenener der in Kluftern lebt, sich aber als überzeugter Baden-Württemberger erklärte. Viele Anzeichen sprächen dafür, dass die NSA gegen den Südbadischen Geheimdienst – den SBGD – ein Waisenknabe sei. Man sei im Rathaus daher zur Gegenspionage übergegangen und die bestehe aus Täuschungsmanövern. Das größte sei dadurch erreicht, dass „wir unsere Verwaltungsspitze nach außen hin mit Strohmännern besetzen.“ So bekamen Seegockelpräsident Ernst Weinert, Elferratschef Alexander Ulmer, Zunftrat Uli Müller und der närrische Redenschreiber Jürgen Binder als äußeres Zeichen ihrer Strohmann-Funktion die Stroh-Dienst-Marke an die Narrenkappe. Als Bedingung, so die Stadt, müsse der Narrenruf des Vereins geändert werden. Statt „Gockelores – Kikeriki“ solle künftig „Heiliger – Strohsack“ erklingen. Erste Übungen führten bereits zu einem lautstarken Erfolg.



Bericht: Schwäbische Zeitung

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