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11.11.2016: Startschuss in die Fasnet mit "Gockelores Kikeriki" und "Kölle Alaf"

Mit dem närrischen Frühschoppen am 11.11. ist der Verein zur Pflege des Volkstums in die Fasnet gestartet.

Geladen war am 11.11., was Rang und Namen, eine wichtige Funktion oder doch wenigstens die Freundschafts- oder Ehrenkappe der Häfler Elferräte besitzt. Gekommen sind alle, bis auf jene, die einen Gips, eine wichtige Sitzung oder einen Termin bei der Patenzunft in Markdorf hatten – so etwa Landrat Lothar Wölfle, der in Vertretung seinen ersten Landesbeamten Joachim Kruschwitz schickte.
Kruschwitz hatte dann gleich zu Beginn des närrischen Frühschoppens des Vereins zur Pflege des Volkstums auch noch eine Hiobsbotschaft zu verkünden: Die Aufstallungspflicht im Bodenseekreis gilt auch für Seegockel. Damit diese in ihrer Gockelwerkstatt aber weder Hunger noch Durst leiden müssen, zückte Kruschwitz den Umschlag, den Landrat Wölfle ihm für die Narrenzunft mitgegeben hatte. Oberbürgermeister Andreas Brand, der direkt neben dem neuen Präsidenten Karl Haller und dessen neuem Vize Thomas Arnold auf dem Präsidium Platz nehmen durfte, hatte die Spende der Stadt bereits online überwiesen.

Zwar sei er nicht am 11.11. geboren, aber einen närrischen Reim auf Karnevalsmigranten vom Rhein hat Joachim Kruschwitz sich trotzdem gemacht. Gemeint war zwar der Mainzer Carneval-Club, mit dem die Seegockel eine jahrzehntelange innige Freundschaft verbindet und auch der Kölner Büttenredner, Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH, den die Narren in die Gockelmiste geladen hatten.
Doch ehe dieser mit "Jeder Jeck is anders" kontern konnte und mit stehendem Applaus für seinen verzweifelten Versuch, im schwäbischen Friedrichshafen nach dem Kölner Grundgesetz zu leben, gefeiert wurde, kramte auch Elferratschef Thomas Deppler Poesie heraus, die er im nächtlichen Stau an Häfler Baustellen verfasst haben will.

Das Thema Stau griff auch Zunftmeister Oliver Venus auf. Neben geschliffenen Reimen mit spitzen Pointen ("Ich nehm mol zamma all meinen Mut und sag uns geht's einfach zu gut, drum macht aus Mücka hierzuland man allzu gern en Elefant – und drum wählt ma auch dozuland en Trottel wie den Donald Trump"), begleitete er ein ultrakurzes Liedchen auf der Ukulele ("Der Parkplatz da im Fallenbrunnen, das hab ich hören flöten, ist verpachtet unkündbar, das war's mit extra Kröten.") Und weil die Häfler Baustellen neben "Blauer Blume" und Stiftungsstreit Thema Nummer eins waren, hatte Karl Haller eine super Idee, wie der Verein daraus Nutzen ziehen könnte: Er schickte Oberbürgermeister Andreas Brand und seinen Ersten Bürgermeister Stefan Köhler mit Bauhelm an den Bauzaun, um daran das erste von hoffentlich vielen Werbebannern für die Saalfasnet der Seegockel anzubringen.

Traditionell gab es auch Elferratskappen zu verleihen. Die Ehrenmitgliedskappe für Ernst Weinert, der bis Herbst Vereinspräsident war, die Präsidiumskappe für den neuen Vizepräsidenten Thomas Arnold, die Freundschaftskappe für Peter Fischerkeller und nach ihrem Aufnahmevortrag auch drei Elferratskappen für die neuen Elferräte Tino Jaeger, Mike Fodor und Mario Kaller. Die Fasnet ist eingeläutet und wenn Karl Haller 2017 um 11.11 Uhr die Schelle schwingt, wird es Lothar Wölfle sein, der die Gockelmiste erklimmt.

Bericht und Bilder Andrea Fritz


Verein zur Pflege des Volkstums Friedrichshafen e.V.  ¤  Industrieweg 4  ¤  88045 Friedrichshafen